Psychotherapie

 

Studien zufolge erkrankt nahezu jeder Dritte im Laufe seines Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung.  Eine Psychotherapie – als die heilkundliche Behandlung von psychischen ("seelischen") Erkrankungen mithilfe von wissenschaftlich anerkannten Methoden –  kann helfen, um psychische Störungen zu diagnostizieren, zu behandeln und damit zu lindern und Wiedererkrankungen vorzubeugen.

Wenn psychische Probleme das Erleben, Verhalten und das geistige und körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen und dadurch Leidensdruck sowie Einschränkungen im Privat-, Berufs- und Sozialleben sowie im Alltag erzeugen und nicht mehr in Eigenregie oder mit Hilfe des sozialen Umfelds "gelöst" werden können, kann eine Psychotherapie ratsam und hilfreich sein. In der Psychotherapie werden verschiedene Verfahren unterschieden, wobei in Deutschland neben der Verhaltenstherapie die tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie, die Psychoanalyse und die Systemische Therapie wissenschaftlich anerkannt sind und von den Krankenkassen finanziert werden.



Verhaltenstherapie

 

Die Verhaltenstherapie ist eines von aktuell vier wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren in Deutschland und befindet sich in stetiger Weiterentwicklung durch die Forschung. In der Verhaltenstherapie geht es um das wechselseitige Zusammenspiel von dem, was wir fühlen ( unseren "Emotionen"), was wir denken (unseren "Kognitionen") und was wir tun (unser "Verhalten").

Der Fokus der Verhaltenstherapie liegt auf dem "Hier und Jetzt", also den aktuell erlebten Symptomen. Nachdem gemeinsam gegenwärtige Symptome und Probleme analysiert wurden, wird ein Modell entwickelt, welches die Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik erklärt. Darüber hinaus werden aber auch die "Wurzeln" der Problematik, die oftmals mit der persönlichen Lebensgeschichte zusammenhängen, verstehbar gemacht.

Im Wesentlichen geht es darum, heute zu lernen, mit den Schwierigkeiten und Symptomen umzugehen und künftige Probleme vorab zu erkennen und aktiv vorzubeugen. Ein weiteres zentrales Motto der Verhaltenstherapie besteht in der "Hilfe zur Selbsthilfe", was bedeutet, dass der/die PatientIn durch die Therapie Änderungen vollzieht und zusätzliche Fertigkeiten in der Lebensgestaltung und Problemlösung erwirbt und so zum/zur Experten/Expertin für seine/ihre Probleme wird.

So sollen PatientInnen nach Abschluss der Therapie Probleme mit den erlernten "Werkzeugen" selbst lösen können. Demnach stellt ein wesentliches Ziel der Verhaltenstherapie das sogenannte "Selbstmanagement" dar. 

In der Verhaltenstherapie arbeiten TherapeutIn und PatientIn als Team auf Augenhöhe transparent zusammen, weshalb es wichtig ist, dass die Beziehung "stimmt". Verbesserungen kommen im Rahmen einer Therapie nicht "automatisch" zustande, sondern werden durch aktive, durch den/die TherapeutIn unterstützte, Veränderungen herbeigeführt. Da es sich um Ihre Therapie und Ihre Ziele handelt, arbeiten Sie im Therapieprozess aktiv mit.

Auf dem Weg der Veränderung können Sie mich gewissermaßen als wohlwollende Begleiterin mit Fahrplan verstehen, die über das Wissen über die Problematik, deren Hintergründe und Lösungswege verfügt. Sie als FahrerIn auf dem Weg der Veränderung entscheiden, welche Veränderungsmöglichkeiten Sie nutzen möchten und setzen diese aktiv um.


Studien belegen die gute Wirksamkeit der Verhaltenstherapie in vielen Anwendungsbereichen, sodass die Verhaltenstherapie in vielen Behandlungsleitlinien als Methode der Wahl empfohlen wird.